Heidnische Bräuche im Christentum

Als Volksfest geht Halloween auf die vorchristliche „Geisteraustreibung“ zurück. Die Menschen glaubten fest an böse Geister und dass sie diese erschrecken und austreiben müssen, wenn es auf den Winter zu geht. Dieses Brauchtum als Totenfest mit Geisteraustreibung wurde praktisch im gesamten kühleren Europa praktiziert sowie viele Kulturen unabhängig an Geisteraustreibungen glauben. Zu diesem Anlass haben die Menschen schreckliche Masken aufgesetzt, sich verkleidet und bei Nacht mit Feuer und Lärm gefeiert.

Halloween geht jedoch nicht auf das kühlere Europa sondern auf Irland zurück, da hier als Brauch eine Rübe geschnitzt und beleuchtet wird. Erst mit der Entdeckung der neuen Welt wurden ab ca. 1600 Kürbisse bekannt. Der Brauch mit der beleuchteten Rübe kann nicht genau datiert werden, er geht jedoch auf eine Sage zurück: Jack O war ein Bösewicht der besonderen Art. Zu Lebzeiten stellte und erpresste er den Teufel, dieser möge ihn meiden. Der Teufel musste akzeptieren. Als Jack O jedoch verstarb, wurde er nicht in den Himmel eingelassen, da er als Sünder ohne Gleichen lebte. Der Teufel konnte ihn jedoch nicht in die Hölle einlassen, da er an sein Versprechen gebunden war. Somit schenkte er Jack O eine Rübe und einen leuchtenden Stein, damit er seinen Weg durch die ewig währende Finsternis finden wird.

Wenn Jack O nicht in den Himmel eingelassen wurde, hätte dieses zu bedeuten, dass diese Sage bereits zu Zeiten stattfand, als Irland christlich wurde, es wurde ab 432 durch Patrick von Irland missioniert. Dieses Brauchtum mit dem Schnitzen von Rüben und später Kürbissen, da diese weit besser geeignet sind, verbindet sich jedoch mit dem heidnischen Totenfest, welches auch in Irland auf keltische Ursprünge zurück zu führen ist. Warum wurde dieses heidnische Ritual durch die Kirche nicht verboten?

Überall in der Welt versucht die Kirche die Menschen zu taufen und für den christlichen Glauben zu gewinnen. Dieses war einst weit einfacher als heute, da man nur die Könige, Häuptlinge, Machthaber, Stammesfürsten oder wie sie sich auch nennen für sich gewinnen musste. Hatte man die Obrigkeit, hatte man das ganze Volk bekehrt. In damaligen Zeiten war es den einfachen Leuten nicht wichtig, zum einen oder anderen Gott zu beten, sie wollten ein gutes Leben und hierzu gehörten rituelle Feste dazu. Eines der tragenden Feste war die Geisteraustreibung Zum Totenfest vom 31. Oktober zum 1. November. Dieses Ritual zu verbieten hätte zu Tumulten geführt, da die Menschen wirklich an Geister glaubten. Deswegen wurde der alte Brauch weiter toleriert, um auf das Datum einen christlichen Feiertag zu legen: Allerheiligen! Schon haben die Menschen ihr Brauchtum erhalten, da es nun ein christliches Fest ist!

Viele Iren sind in die neue Welt eingewandert. Es handelt sich um einen Menschenschlag, der sich kaum übersehen lässt. Iren sind als lustiges, trinkendes und vor allem feierndes Volk bekannt und da auch andere gerne feiern, haben sie den Halloween-Brauch übernommen, der praktisch das Überbleibsel der einstigen Geisteraustreibung ist. Jedoch hat die Kirche sich gespalten und vor allem die häufig streng gläubigen US Protestanten kritisieren Halloween als heidnisch und satanisch. Die Iren sind Katholisch und das mag der eigentliche Grund für die Kritik sein.

Kommentare sind geschlossen