Geisteraustreibung Halloween

Warum werden zu Halloween Skelettanzüge und Hexenmasken getragen, warum muss alles gespenstisch und dämonisch wie aus der Gruft wirken? Weil Halloween ansonsten keinen Unterhaltungswert hat? Eben darum ging es ursprünglich nicht, da die Menschen Halloween als ein notwendiges Ritual angesehen haben, um der Toten zu gedenken und böse Geister zu vertreiben. Zurück zu führen ist das Brauchtum auf das heidnische Totenfest, welches in weiten Regionen Europas zelebriert wurde. Halloween ist lediglich eine Weiterentwicklung in Irland und neben den Einflüssen auf den Karneval eines der Überbleibsel von diesem Fest, welches nach christlicher Missionierung lediglich als Allerheiligen getarnt aber für lange Zeit weiter praktiziert wurde.

Noch heute glauben Menschen an Geister, die auf verstorbene Menschen oder Tiere zurück zu führen sind, die weder in der Hölle noch in den Himmel gelangen können. In vielen Kulturen, auch europäischen, wurde aufgrund dieses einst üblichen Glaubens versucht, mit den Geistern zu reden. Wurden sie als Böse erachtet, hat man sie jedoch ausgetrieben. Krankheiten, Missernten, Totgeburten und vieles Andere wurden auf böse Geister, später unter den Christen auch auf Hexen, zurück geführt. Diese bösen Geister kommen vor allem in der dunklen Jahreszeit und suchen einen heim, weswegen sie mit Ritualen ausgetrieben werden müssen. Dieses geschieht mit dem Totenfest zum Beginn des Winters, es wird jedoch zum Ende des Winters eine Austreibung wiederholt.

Unabhängig zu irischen Bräuchen haben europäische Heiden häufig auch nach ihrer Missionierung weiterhin zum Totenfest ihrer Ahnen gedacht und schreckliche Masken getragen, um mit Lärm und Feuer Geister auszutreiben. Die Iren haben jedoch zudem Rüben geschnitzt und vermutlich beleuchtet. Erst mit der neuen Welt wurden Kürbisse entdeckt und genutzt, seit 1600 auch in Europa. Durch die entscheidende Weiterentwicklung des damals allgemeinen Ritus der Totenfeier zu dem Brauchtum Halloween konnte diese Tradition eben als Halloween in die heutige Zeit gerettet werden wobei vielen die genaue Bedeutung unklar ist. Selbst Geschichtsforscher können an vielen Stellen nur rätseln oder keine exakten Zeitabschnitte datieren.

Viele Europäer sehen Halloween, welches nur durch amerikanische Einflüsse bekannt ist, als lustigen Anlass für Kostümpartys oder als Kinderpartys. Immerhin werden Kinder durch den Brauch, Süßigkeiten an Haustüren zu erbitten, fest mit eingebunden. Die meisten Europäer wissen jedoch nicht, dass es in den USA Strömungen gibt, die heidnische Rituale wieder entdecken und mit satanischen Einflüssen vermischen. Es gibt richtige Geisterhäuser und schwarze Messen. Das alles trifft wohl kaum die Rituale der Vergangenheit auf den Kopf, lehnt sich jedoch auch an diese an. Vielen geht es um die Konfrontation mit dem Extremen. Sie glauben vielleicht nicht an all den Hokuspokus, sind davon jedoch fasziniert. Diese Entwicklungen sind nicht zwingend durch Halloween entstanden sondern machen sich diesen Termin zu Eigen, um ihre eigenen Vorstellungen zelebrieren zu können. Da Halloween auf katholische Iren zurück zu führen ist und wirklich heidnische Ursprünge hat, wird dieses Brauchtum vor allem von gläubigen Protestanten abgelehnt. US Bürger sind teils extremer in der Auslebung ihrer Neigungen, einen gewissen Toten- und Ahnenkult mit satanischem Hauch gibt es in Europa jedoch auch. Hier wird z.B. der Karneval als Projektionsfläche genutzt. Jedoch kann man all das Übernatürliche der Geisterwelt auch übertreiben und sollte es mit Halloween bei den unterhaltenden Aspekten belassen. Dass es hierbei schaurig und gruselig wird ist jedoch einer der entscheidende Kernpunkt!

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