Halloween Kürbisse in Irland

Als Brauchtum ist Halloween in Irland auf das Totenfest mit Geisteraustreibung zurück zu führen. Diese Veranstaltung war in weiten Teilen Europas ein Ritualfest und wurde durch die Christen durch den Feiertag Allerheiligen getarnt, da die Menschen es sich nicht hätten verbieten lassen. Durch irische Einwanderer ist Halloween in die neue Welt gelangt und breitet sich von dort weiter in andere Teile Europas aus. Das eigentliche Totenfest ist jedoch abgesehen von einigen Überresten wie Halloween vergessen worden und viele wissen nicht um die Bedeutung von Halloween. Dieser Brauch geht auf vorchristliche Zeiten zurück, als die neue Welt noch nicht entdeckt war. Aber erst mit ihrer Entdeckung wurden auch Kürbisse bekannt, die jedoch erst ab 1600 nach Europa kamen. Wann genau Halloween in Irland entstand ist unklar, vermutlich entstand es über einen längeren Zeitraum hinweg sowie zuerst Rüben geschnitzt wurden. Es war jedoch bereits üblich, sich schaurige Verkleidungen über zu legen und mit Feuer und Lärm die Geister zu vertreiben wobei zugleich der Toten gedacht wurde. Diese schaurige Kulisse dient heute jedoch eher der Unterhaltung. Ausgehölte und geschnitzte Kürbisse bei Dunkelheit zu beleuchten ist hierbei ein tragendes Element von Halloween.

Halloween hat demnach vermutlich bereits als irische Tradition oder Weiterentwicklung vom getarnten Totenfest Bestand gehabt, als Kürbisse in Europa noch unbekannt waren. Diese wurden erst importiert und hier kultiviert, bevor die Iren anstelle der Rüben Kürbisse schnitzen konnten. Vermutlich haben zuerst ausgewanderte Iren in der neuen Welt Kürbisse geschnitzt, die es dort in Massen gab, um diese Erfahrungen in die alte Heimat weiter zu geben. Demnach ist das Schnitzen von Kürbissen zu Halloween vermutlich ein kultureller Reimport der Iren.

Es gibt eine Erklärung, warum das Kürbisschnitzen und das Halloweenfest sich erst über die USA zurück nach Europa verbreiten: Abgesehen von Irland ist die politische Kernregion des Empires evangelisch, nur die Iren sind katholisch geblieben, als die Engländer aufgrund der privaten Belange des damaligen Königs allesamt evangelisch wurden. Zu diesen Zeiten entschieden die Könige über die religiöse Angehörigkeit ihrer ganzen Bevölkerung. Es findet sich an dieser Stelle einer der entscheidenden Streitpunkte zwischen Iren und Engländern, weswegen man das Kulturgut des anderen gerne ablehnt. Ansonsten haben die Iren jedoch wenig Einflüsse auf Europa gehabt. Mit der Masse der Einwanderer in Nordamerika hatten sie jedoch einen großen Einfluss auf diese neue Welt, die in jetziger Zeit wiederum einen entscheidenden kulturellen Einfluss auf Europa und den Rest der Welt hat. Auch in den USA sind es vor allem streng gläubige Protestanten, die Halloween prinzipiell als satanisch und heidnisch ablehnen. Demnach findet dieses Brauchtum selbst in Deutschland vor allem im katholischen Süden anklang, was zudem auf die US Besatzungszone mit ihren Soldatenfamilien zurück zu führen ist. Dass Protestanten Halloween häufig energisch ablehnen, liegt vielleicht weniger am Brauchtum als daran, sich zu den Katholiken zu distanzieren. Halloween mit seinen heidnischen Ursprüngen ist hierzu hervorragend geeignet. Wären die Iren jedoch gemischt evangelisch und katholisch, würde dieses Problem vermutlich nicht existieren. Aber warum nicht gerade deswegen Kürbisse schnitzen und eine Halloweenparty veranstalten? Die deutsche Karnevalskultur ist zwar farbenfroh gemischt, hat jedoch auch Überbleibsel der einstigen Totenfeier oder anderer heidnischer Kulte der vorchristlichen Zeit absorbiert.

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