Halloween wird in Deutschland populär

Die USA sind die Nation, die in weiten Teilen der Welt die Medien mit Musik, Film und Nachrichten dominieren oder wenigstens maßgeblich beeinflussen. Deutschland ist hiervon noch stärker betroffen, da sein Süden nach dem zweiten schrecklichen Weltkrieg zur US Besatzungszone wurde. Zudem war Deutschland durch die eigene Teilung im kalten Krieg die deutlichste direkte Landgrenze zweier Welten. Deutsche Politik und Kultur stellen sich häufig in den Windschatten der USA. Wen wundert es nun, dass auch Halloween, welches die Iren in die neue Welt brachten und populär machten, vor allem im Süden Deutschlands eingebürgert wird? Es wird der US Wirtschaft unterstellt, dass viele Bräuche und Feste kommerzialisiert werden. Halloween gehört in gewisser Weise mit dazu, da Verkleidungen meist gekauft und importiert werden. Jedoch kann dieser finanzielle Aspekt kaum der Grund sein, warum Halloween sich in neuen Regionen ausbreitet, da die Kostüme, Dekorationen und anderen Elemente meist in Asien produziert und importiert werden sowie die Kürbisse und viele Getränke und Speisen regional angebaut oder hergestellt werden. Die Beliebtheit, Halloween auch in Deutschland zu feiern, liegt eher darin, dass unsere Welt durch Mobilität und Medien immer kleiner wird und man auch diesen bekannt gewordenen Anlass gerne nutzt, um Feiern zu können.

Halloween lässt sich als Kulturgut auf die vorchristlich heidnische Zeit zurück führen, als überall in Europa ein Totenfest mit Geistervertreibung gefeiert wurde. Die Christen haben diesen Brauch geduldet, haben ihn jedoch mit einem eigenen Feiertag getarnt. Die sichtbarsten Überbleibsel des ursprünglichen Totenfestes werden Einflüsse auf den Karneval und eben Halloween sein. Die katholischen Iren haben Halloween in die USA gebracht. Katholische Iren wollen sich deutlich zu den evangelischen Engländern distanzieren. Die Unstimmigkeiten greifen eben in jede gebotene Kerbe. Jedoch auch in anderen Ländern distanzieren sich Protestanten und Katholiken zueinander. Deswegen wird Halloween in den USA von sehr vielen Protestanten konsequent abgelehnt. In Deutschland gibt es in einigen Bundesländern die stillen Tage zu Allerheiligen, die sich mit Halloween überschneiden. In diesen Tagen werden keine lauten, fröhlichen und leuchtenden Veranstaltungen geduldet. Demnach würde Halloween in einigen Regionen Deutschlands nicht einmal öffentlich gefeiert werden können. Auch in Deutschland werden Protestanten diesem heidnisch- satanischen Brauchtum aus Sympathie zu ihren US Glaubensbrüdern oder/und Ablehnung zu der katholischen Glaubensgemeinde kritisch gegenüber stehen. Diese Protestanten finden sich allerdings zahlreich auf dem Karneval, der in Deutschland bereits vor der Kirchenspaltung seine Ursprünge gehabt hat und zum Teil ebenfalls auf heidnische Rituale zurück zu führen wäre. Vorläufer vom Karneval finden sich bereits um 3000 vor Christi in Mesopotamien sowie die älteste erwähnte Fastnacht Europas auf das Jahr 1296 datiert wird. In diesen Zeiten wurde nur wenig aufgezeichnet, vieles ist nicht mehr bekannt und deswegen wäre es möglich, dass es Karneval oder dessen Vorläufer bereits jahrhundertelang, eben auch vor der Missionierung ab dem 6ten und 8ten Jahrhundert, gab. Die Lutherbibel wurde zumindest erst im Jahr 1522 – 1534 übersetzt.

Wurde Halloween einst als Gedenken an die Toten und zur Vertreibung böser Geister als gesellschaftlich lebensnotwendiges Fest ausgetragen, so hat es heute eher unterhaltende Zwecke. Dabei werden diese Aspekte jedoch gerne als Schlüsselfaktor bewusst aufgegriffen, um wiederentdeckte oder neue heidnische und auch satanische Rituale zu befolgen oder deren Symbole zu verwenden. Hierbei geht es häufig weniger darum, Geister zu vertreiben als sich zu deren Welt zu bekennen. In Deutschland geht es allerdings eher um die tolle Feier, die gerade für Familien mit Kindern zu einer gefragten Veranstaltung wird.

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