Trick or Treat

Trick or Treat, zu Deutsch „Süßes, sonst gibt´s Saures“ ist ein Spaß für Kinder. Am Abend vom 31. Oktober gehen sie verkleidet von Tür zu Tür und erpressen mit diesem Spruch Süßigkeiten. Wer sie ihnen nicht gibt, riskiert die Kinderrache, diese spielen einen Streich. Hundekot auf der Fußmatte, im Briefkasten oder auf dem Auto, den Baum mit Klopapier einwickeln, etwas umwerfen oder Ähnliches kann einem blühen. Dort, wo Halloween gefeiert wird, haben die Leute meist ein paar Kleinigkeiten, um dem zu entgehen.

Als Brauchtum gehen das Schnitzen von Kürbissen sowie auch Trick or Treat auf das heidnische Austreiben der bösen Geister zum vorchristlichen Totenfest zurück. Die Menschen glaubten an böse Geister und hielten Ritualfeiern ab, um diese auszutreiben und um zudem der Toten zu gedenken. Sie hatte nicht nur Spaß dabei, sie glaubten an die Notwendigkeit. Beide genannten Bräuche entstanden unabhängig zueinander aber sind als Halloween die Überbleibsel des eigentlichen Geister Austreibens, welches im ganzen kühlen Europa praktiziert wurde, jedoch abgesehen von Irland und Wales ohne diese beiden Bräuche.

Das Schnitzen der Kürbisse geht auf den Brauch von geschnitzten und vermutlich beleuchteten Rüben in Irland zurück. Trick or Treat stammt jedoch aus Wales. Hier war es Brauch, dass die Reichen zum Ritus des Geister Austreibens üppige Bankette abhielten. Die armen Menschen hingegen hätten häufig nicht satt zu Essen gehabt und die Reichen konnten nicht mal alles verwerten. Deswegen zogen die armen Menschen von Tür zu Tür (Nur bei den Reichen.) und baten um Gaben. Sie trugen dabei Totenmasken, um im Namen der Ahnen zu bitten. Wurde die Gabe verweigert, dann war dieses gegenüber der Ahnen respektlos und ermächtigte die Bittsteller zur Rache. Sie durften am Haus und Besitz der Reichen Schaden anrichten. Je nach Situation war der Schaden entweder ärgerlich oder schmerzlich und deswegen gaben die Reichen an diesem einen Tag lieber freiwillig. Nur so konnten wirklich alle das Totenfest mit Geisteraustreibung feiern. Dadurch waren der Frieden und die Einheit der Waliser Bürger über diesen Tag gesichert und keiner außer geizige Reiche hatten Böses zu befürchten.

Als das irische Fest Halloween gelangte auch Trick or Treat in die neue Welt, eher in den Raum der jetzigen USA, da Südamerika ein Karneval-Kontinent ist. Die Iren siedelten zahlreich in Nordamerika und sie feierten ihre Feste derart, dass es keiner übersehen konnte. Viele feierten einfach mit und übernahmen die Rituale in abgeschwächter Form. In den USA wird das Brauchtum jedoch in ein Fest umgewandelt. Dass arme Menschen an die Türen klopfen, um Essen zu erbitten, wäre häufig nicht gerne gesehen aber wenn es die Nachbarskinder machen, ist dieses etwas anderes. Hier freut man sich, die Kinder in tollen Verkleidungen zu sehen und die Kinder freuen sich über Süßigkeiten und natürlich auch, wenn sie ein paar Streiche spielen können.

Trick or Treat ist in Deutschland als Brauch nicht allen geläufig und wenn auf einmal Kinder an der Tür klingeln, denen nichts mitgegeben werden kann, dann sind einige Bürger möglicherweise empört, wenn ihnen ein paar faulige Eier an die Wand geworfen werden. Dort, wo die Menschen nicht kundig sind, sollten die Kinder ein wenig zurück gehalten werden.

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