Warum werden zu Halloween Kürbisse geschnitzt?

Amerikanische Bräuche bürgern sich immer häufiger in Deutschland ein, Halloween gehört mit dazu und wer es genau nimmt, der schnitzt Kürbisse. Halloween findet vom 31. Oktober bis 1. November statt. Es lässt sich auf das vorchristliche Totenfest zurück führen, welches überall in Europa praktiziert wurde, auch um böse Geister auszutreiben. Das Schnitzen der Kürbisse lässt sich jedoch auf die Iren zurück führen und wurde einst nur von diesen als Brauchtum zum Totenfest praktiziert. Jedoch haben die Iren vermutlich erst Rüben geschnitzt und sind erst in der neuen Welt auf Kürbisse umgestiegen, die sich besser mit einer Kerze beleuchten lassen.

Es mag mehrere Gründe geben, warum zu Halloween noch immer Kürbisse geschnitzt werden. Zum einen sind sie in dieser Jahreszeit einfach da, zum anderen sind sie groß, fest und eignen sich demnach für Schnitzereien oder um sie von innen zu beleuchten. Da Halloween eher bei Dämmerung und in der Nacht gefeiert wird und bei wenig oder keinem Licht die beleuchteten Kürbisse mit ihren Fratzengesichtern extrem gut zur Geltung kommen, ist dieses zu einem tragenden Brauch für Halloween geworden.

Das alles würde erklären, warum Kürbisse noch immer geschnitzt und über Nacht beleuchtet werden. Der Brauch entstand jedoch vermutlich nicht zum Beginn der Tradition vom heidnischen Totenfest sondern erst nach der Missionierung Irlands ab 432 nach Christi, als die Menschen an einen Himmel und Teufel glaubten. Somit hat der Bösewicht Jack O den Teufel erpresst, ihn in Ruhe zu lassen. Als er starb, konnte er weder in den Himmel noch in die Hölle und irrt seither mit einer Rübenlaterne durch die ewige Finsternis. Die Menschen symbolisieren dieses mit einer geschnitzten und vermutlich auch beleuchteten Rübe zu Halloween. Wann dieser Brauch genau entstand ist jedoch unklar. Vermutlich gab es in Europa damals noch keine Kürbisse, weil diese erst ab 1600 importiert und bekannt wurden.

Das heidnische Totenfest war nicht allein ein lustiges Fest, die Menschen sahen es als Notwendigkeit an und hätten sich diesen Brauch nicht nehmen lassen. Deswegen tolerierte die Kirche diesen Heidenkult und legte auf das Datum einen eigenen Feiertag, damit es von nun an eben christlich zugeht. Heute mag es lustig sein, Geister austreiben zu wollen oder in dieser Form der Toten zu gedenken. Dass dieses jedoch notwendig ist, um Übel abzuwenden, werden eher die wenigsten Menschen glauben. Heute geht es um das Feiern und den Spaß. Jedoch muss es für solche Anlässe Gründe geben und Halloween ist ein solcher Grund. Dass hierbei gewisse Riten und Brauchtümer einzuhalten sind, festigt die ganze Veranstaltung und gibt ihr den entscheidenden Reiz. Kürbisse zu Schnitzen gehört zu Halloween derart dazu wie der Christbaum zu Weihnachten. Dabei gab es in ganz Palästina keinen einzigen Nadelbaum. Viele der heute nicht mehr passenden Rituale und Bräuche haben ihren Ursprung jedoch in der vorchristlichen Zeit, stammen von Einwanderern oder sie sind einfach aus Bequemlichkeit oder zur Verschönerung entstanden. Kürbisse zu Halloween zu schnitzen hat mit dem einstigen Totenfest der Heiden und später mit den Christen wenig gemein, da es ursprünglich ein regionaler irischer Brauch als Ergänzung zu einem altverwurzelten Volksfest war. Aber wäre es nicht ein derart schöner Brauch, wäre er gewiss wieder untergegangen. Immerhin ist auch das einstige Totenfest mit Geisteraustreibung nur nach als Fragmente, auch im Karneval, erhalten geblieben.

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